Reisebericht


Pancha Karma Kur - Sept. / Okt. 2009!

Nach einem ruhigen Flug, aber endlosen Kontrollen, zwecks neuer Grippe, können wir endlich zum letzten Stück Fahrt in unser kleines Hotel in den Bergen starten.
Dort werden wir schon freudig erwartet:
Jeder der Teilnehmer bekommt einen Kranz mit Tempelbaumblüten umgehängt. Allein der Duft dieser Blüten, lässt ahnen, was die nächsten drei Wochen auf uns zukommt. Dann heißen uns drei Mädchen mit Liedern willkommen. Schließlich darf jeder Teilnehmer der Gruppe einen Docht an der Öllampe entzünden. Die Stimmung ist richtig ehrfürchtig.


Danach bekommt noch jeder von uns ein Glas frisch gepressten Saft und schon geht es in die Zimmer.
Dort sucht uns auch gleich der Doktor auf, zur ersten Konsultation. Denn am nächsten Morgen beginnen gleich nach dem Frühstück um acht Uhr die Behandlungen.
An drei aufeinander folgenden Tagen bekommen wir Pulvermassagen, mit anschließendem Schwitzbad. Wieder drei Tage lang erwärmte Milch mit Kräutern. Dazu macht sich unser Doktor schon bei Tagesanbruch auf und verschwindet im Dschungel. Er sucht die Kräuter jeden Tag frisch. Auch die Milch wird jeden Morgen kuhfrisch organisiert. Spätestens nach diesen drei Tagen fühlt sich unsere Haut schon fast wie neu an. Denn auch danach dürfen wir wieder schwitzen. Obwohl es draußen sehr warm ist, ist das Dampfbad doch angenehm.
Ich gönne mir zusätzlich eine Fußmassage. Das heißt, es werden nicht die Füße massiert, sonder der Doktor massiert mit den Füßen! Für mich das Highlight der Kur. Ich liege auf dem Boden auf einer weichen Unterlage. Diese ist mit frischen Blättern ausgelegt. An der Decke wurde kurzer hand der Ventilator abmontiert. Der Haken ist stark genug für ein dickes Seil, das der Doktor zum ausbalancieren in der Hand hält. Selbstverständlich werden seine Füße vor der Behandlung sehr gründlich von seinem Gehilfen Sumeda gewaschen. Eine kleine Schale warmes Öl, in dem auch wieder Kräuter schwimmen, steht auf dem Boden. Dort taucht der Doktor seine Füße ein und beginnt mit der Massage. Es dauert nicht lange und ich gebe mich ganz der Entspannung hin. Es ist mir ein Rätsel, wie viel Gefühl man in seinen Füßen hat. Ich fühle mich vollkommen geborgen bei dieser Behandlung und genieße diese bis zum Schluss.


Es folgen an den nächsten drei Tagen Kräuterstempel mit klein geschnittenen Zitronen, die auch wieder mit diversen Kräutern vermischt und in Öl erhitzt werden. Es riecht wunderbar. Danach erfolgt eine weitere Konsultation: Doktor Sakaraja ist zufrieden. Endlich ändert sich etwas: Unsere Körper werden mit warmen Öl von allen Seiten eingerieben. Danach werden die Kräuterstempel erwärmt und der ganze Körper damit abgetupft. Wieder drei Tage lang erhalten wir Stempel, die mit Milchreis und Kräutern gefüllt sind. Auch damit wird der Körper abgetupft. Wenn wir in der ersten Woche noch ziemlich munter waren, abends auch zweimal eine Tanzparty veranstalteten, so lässt unsere Kondition doch langsam nach. Alle sind von den Behandlungen recht müde und still. Ein Zeichen – die Kur wirkt.
Ich selbst habe nun das Gefühl, dass sich alles was in den letzten 15 Tagen aus meinen Geweben gelöst wurde, in meinem Bauch befindet. Obwohl der Gang zur Toilette jeden Morgen nach dem Aufstehen problemlos vonstatten geht, wächst in mir das Bedürfnis nach einer gründlichen Reinigung.
Und siehe da am 16. Tag unserer Reise ist es so weit. Der Doktor und die Mädels erwarten uns abends auf der Terrasse. Eine Thermoskanne mit heißem Wasser und viele Pulvertüten. Mit viel Liebe und noch mehr Ausdauer verrührt Kamala, eine unserer Masseurinnen, das Pulver, das uns nun von einem Teil unseres Wohlstands an Bauch, Po und Hüften befreien soll. Der Geschmack ist nicht der, den ich jeden Abend bevorzugen möchte – aber Augen zu und runter. Jeder erhält noch drei Rollen Toilettenpapier, damit kein Notstand ausbricht. Wir werden von unserer Behandlungscrew mit breitem Grinsen ins Bett geschickt. Tatsächlich ist für mich um halb fünf die Nacht vorbei. Wenn ich bis dahin mein Moskitonetz zu schätzen wusste, wenn man es eilig hat, außerdem um diese Zeit noch Dunkelheit herrscht, kann das Ding zur Falle werden. Ich schaffe es aber noch rechtzeitig und fühle mich richtig erleichtert. Nach dem dritten Mal ist bei mir alles vorbei. Manch einer darf öfter Rennen, aber wir treffen uns wie gewohnt alle zum Frühstück, das heute etwas magerer ausfällt. Denn heute ist Ruhe angesagt. Leichte Kost, viel warmes Wasser und abwarten, ob noch was kommt! Auch Massagen gibt es heute keine, es wäre für den Organismus zu anstrengend. Abends erhalten wir dann schon wieder unsere geliebten Gemüsecurrys mit Reis.


Am nächsten Morgen bekommen wir jeder eine Kräutereinreibung, die, wie in den vergangenen Tagen auch, mit einer Waschung in der Badewanne beendet wird.
Nun folgt noch das Allerschönste: der Doktor hat einen speziellen Baum fällen lassen, daraus wurde eine Wanne geschlagen. Um die letzten Abfallstoffe aus dem Körper zu ziehe, dürfen wir darin ein Kräuterbad nehmen. Ganz still ist es, nur das Plätschern des Wassers, das die Mädchen immer wieder mit einem Krug über unseren Körper laufen lassen, ist zu hören. Und dabei muss ich weinen. Ich fühle mich so geborgen und wohl in dem warmen Wasser, das meinen Körper umhüllt. Da weiß ich noch nicht, dass sich das Ganze am nächsten Morgen noch steigert. Ich bin die Erste, die Baden darf und traue meinen Augen nicht: die Ränder der Wanne sind mit Lotusblüten dekoriert. Ich steige ins Wasser und fühle mich wie eine Königin. Der Duft der Blüten ist verführerisch. Ich koste jeden Augenblick aus, denn noch am Nachmittag, wird sich der Doktor, sein Gehilfe Sumeda, Kamala und Menike verabschieden. Der Abschied ist sehr tränenreich. Haben wir uns in drei Wochen doch aneinander gewöhnt – zusammen gelacht, getanzt und manchmal auch geweint. Für mich gibt es die Gewissheit, ich komme wieder. Die nächste Reise im Februar wird hoffentlich genauso schön wie diese. Jeder hat sein ganz persönliches Empfinden während dieser Kur gehabt. Aber jeder hat auch ganz viel für sich selbst mitgenommen.
Auf diesem Weg möchte ich mich noch einmal bei allen Beteiligten bedanken: Doktor Sakaraja, der sein Bestes gegeben hat (es war seine erste Pancha Karma Kur mit Europäern), der manchmal in seinen Pausen vor Müdigkeit eingeschlafen ist, weil er so früh schon immer für unsere Kräuter unterwegs war. Sein Gehilfe Sumeda, der immer mit auf dem Motorrad saß, wenn es in den Dschungel ging. Kamala und Menike, die nicht nur massiert haben, sondern auch für sich und Sumeda und den Doktor in den Pausen gekocht und Wäsche gewaschen haben.
Den Boys im Hotel, die immer wieder Bananen für die Medizin herzauberten, heißes Wasser brachten, und unser Essen servierten. Der Koch Raja, der es nicht leicht hatte – denn unser Doktor war anspruchsvoll, was das Essen anging. Manchmal wusste er schon gar nicht mehr, was er kochen sollte.
Aber er hat immer wieder etwas Neues gezaubert, was zudem noch köstlich geschmeckt hat. Er hatte auch die Geduld, uns in der Küche zu „ertragen“, denn wir wollten ja alles genau wissen.
Nishanta, der uns einen wunderschönen Abschiedsabend mit Lagerfeuer beschert hat.
Lucky, der uns nicht nur mit dem Bus kutschiert hat, sondern uns auch in die srilankische Kochkunst eingeweiht hat.
Und natürlich unserem Mädchen für Alles: Yaruck. Auch er hat anstrengende drei Wochen durchhalten müssen. War er nicht nur Dolmetscher und Chauffeur. Hat er uns mit viel Liebe die Kultur und Schätze seines Landes näher gebracht. Er hat uns in seinem Haus bewirtet, einen wunderschönen Folkloreabend organisiert.


Danke! àyu bòvan Danke!


Wir begleiten sie auch bei den nächsten Kuren und freuen uns auf Sie!


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HELGA TILLEMANN

Massagen
Ernährungsberatung
AYURVEDA-Kuren

Am Graben 9
93133 Burglengenfeld
Tel: 09471 – 60 21 81
Mobil: 0172 – 85 110 83

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